Frühjahr 2008

Liebe Missionsfreunde,

Pastor Kilonzo, der Leiter der Bibelschule in Mombasa mit Tony Esch.
Pastor Kilonzo, der Leiter der Bibelschule in Mombasa mit Tony Esch.

vom 31.3.-28.4.08 war ich wieder auf Missionsreise in Kenia und möchte euch gerne einige Eindrücke und Erfahrungen aus dieser Zeit weitergeben.

Die Keniafreizeit musste zwar leider wegen der Unruhen im Land abgesagt werden; dadurch hatte ich jedoch vier Wochen zur Verfügung, um Gemeinden und Pastoren zu
besuchen. Diese Zeit habe ich gut genutzt und konnte viele Dinge regeln und erledigen.
Bei meiner Ankunft in Mombasa wurde ich gleich vom Leiter der Bibelschule in Mombasa eingeladen, am nächsten Tag beim Abschlussgottesdienst für das Semester in der Schule zu predigen.

Mein nächster Besuch galt Pastor Alfonce Lewa von der Afrika Inland Kirche in Majengo. Mit dem Geld, welches ich im Okt. 07 seiner Gemeinde übergeben hatte, hat Alfonce ein Zimmer für seine Kinder anbauen können, einen Hochtank für den Gemeinde-Brunnen, und zur Hälfte drei Räume für den Kindergarten. Die Gemeinde kann jetzt sogar Brunnenwasser an die Leute im Dorf verkaufen, wobei besonders arme Leute aus dem Dorf das Wasser umsonst bekommen.

Bei einem Gebetstreffen mit den 8 Pastoren des Kirchendistrikts hatte ich die Leitung in der Bibelarbeit und einen guten Austausch mit den Pastoren. Am Abend stellte ich dann fest, dass ich den ganzen Tag mit einer 1 Meter langen Schlange im Auto herumgefahren war; wir brauchten über 2 Stunden, um sie aus dem Auto zu bekommen.

Als die Kindergartenkinder in der Gemeinde Majengo in die Ferien gingen, konnte ich als besonderer Gast und Förderer zu den Kindern und ihren Eltern sprechen. Unsere Missionshilfe bezahlt seit einem Jahr das Mittagessen für die 70 Kindergartenkinder.

Gemeinde Majengo, hinten rechts das neue Gebäude für die Kindergartenräume.
Gemeinde Majengo, hinten rechts das neue Gebäude für die Kindergartenräume.

Bei einem Besuch in der Gemeinde in Mtwapa konnte ich mich davon überzeugen, dass unser Geld gut genutzt wird; momentan wird ein Pastorenhaus gebaut.

Als Nächstes stand die Malindi-Reise auf dem Programm. In diesem Kirchenkreis unterstützen wir 10 Pastoren und Gemeinden. Pastor Lewa war mein Reisebegleiter.
Unser erster Besuch galt dem Riziki-Waisenhaus; der Leiter, Pastor Robert Chilumu erhielt weitere 500 Euro, um einen Brunnen für das Waisenhaus zu bauen.

Die Witwe von Amos Lewa Ngasho vor dem Gerüst ihres Hauses mit vier von ihren fünf Kindern.
Die Witwe von Amos Lewa Ngasho vor dem Gerüst ihres Hauses mit vier von ihren fünf Kindern.

In Malindi fuhren wir als erstes zur Witwe von Pastor Amos Lewa mit ihren 5 kleinen Kindern. Vergangenes Jahr konnten wir ihr ein Grundstück kaufen und haben auch schon angefangen, ihr eine Hütte zu bauen. Auch hier übergaben wir 500 Euro, damit die Hütte fertiggestellt werden kann.

Besuche bei Pastor William Katana und bei Pastor Gidion Safari schlossen sich an. Pastor Katana baut eine große Kirche für über 1000 Besucher! Bei einem abendlichen Spaziergang konnte ich mit einigen Leuten über Jesus sprechen, die mich gerne anhörten, weil ich ein Weißer bin und trotzdem ihre Sprache spreche, einem Afrikaner würden sie nicht so leicht zuhören.

Am nächsten Tag fuhren wir zu Pastor Kilemba nach Kaembeni zu einem Gottesdienst mit Kindersegnung.

Mit Pastor Francis Tumaini ging ich auf die nächste Reise ins Tanagebiet. Wir besuchten das Grab meines Sohnes Christoph, der dort verstorben ist.

Danach hatten wir im Dorf Ngao ein Treffen mit den Pastoren des Kirchenkreises. Der Kirchenkreis ist sehr arm, die Pastoren erhalten nur 20 bis 30 Euro im Monat als Gehalt.
Später fuhren wir nach Moa zum Gottesdienst; diese Gemeinde liegt mir besonders am Herzen, weil ich sie vor 30 Jahren gründen durfte, Gottesdienste in Witu und Kipini schlossen sich an.

In Shanzu bei Mombasa besuchte ich eine moslemische Familie, bei der ich auch übernachtete. In der Nacht wurden wir von 5 Dieben heimgesucht, die wir aber verjagen konnten, alle Nachbarn liefen zusammen, bewaffnet mit Pfeil und Bogen, Speeren und Buschmessern. Ich bin dankbar für die Bewahrung, da in Kenia die Gewalt in solchen Situationen oft eskalieren kann, später las ich, dass in der Region 5 Diebe nach Überfällen verbrannt wurden.

Meine nächste Fahrt ging nach Bore; Taufe, Predigt und Abendmahl warteten auf mich. Zur Taufe mussten wir durch einem schmalen Fußpfad tief in den Busch zu einem Wasserloch fahren, wo ich 28 Personen unter Gesang und Gebet der Gemeinde taufte. Die meisten Täuflinge mussten mit ihren nassen Klamotten einige Kilometer zurück zur Kirche gehen.

Ihr seht, mein Kenia-Aufenthalt war sehr ereignisreich; ich konnte viel Hilfe leisten und wurde wiederholt vor Gefahren bewahrt, die ich hier gar nicht in aller Ausführlichkeit benennen kann. So wurde beispielsweise bei meinem Aufenthalt auf der Insel Lamu ein katholischer Priester bei einem Überfall getötet, den ich irrtümlicherweise auch noch identifizieren sollte, was natürlich nicht möglich war.

Ich möchte euch ganz herzlich für alle Gebete und eure treue Unterstützung danken, ohne die meine Arbeit in Kenia ja gar nicht möglich wäre.

Mit herzlichen Grüßen,

Euer Tony