Afrika ist ein Geschenk…
…so lautet der Titel eines wunderbaren Bildbandes mit wertvollen und zum Nachdenken anregenden Texten.
Im Sommer 2008 hatte dieses Buch meinen Geburtstagstisch bereichert.
Dass diese Überschrift mit dem Untertitel ‚In der Weite und Schönheit Gottes Spuren entdecken‘ im Mai 2009 für mich erlebbar wurde, ist ein tolles Geschenk!
Kenia ist für mich bereits seit 25 Jahren kein unbekanntes Land. Jedoch nur durch Erzählungen, Bilder, Bücher und Filme.
An Weihnachten habe ich Nägel mit Köpfen gemacht, grünes Licht von meinem Mann und unseren vier Kindern bekommen, und gemeinsam mit meiner Mutter diese Afrikareise gebucht.
‚Ich träumte von Afrika’…großartig, jetzt wird es endlich wahr und ich werde mit einer dreißigköpfigen Gruppe unter Leitung von Pastor Tony Esch einen Teil des „dunklen Kontinents“ bereisen. Afrika, geheimnisvoll, faszinierend, hat schon viele Menschen in seinen Bann gezogen.
Voller Vorfreude und Spannung erwartete ich diese Reise. Anfang Mai war es dann soweit. Ziemlich schnell war klar, dass wir eine total nette Truppe sind und mit Tony einen Insider an unserer Seite haben. Viele Jahre hat er mit seiner Familie in Kenia gelebt. Immernoch reist er für viele Wochen im Jahr dorthin und unterstützt mit seiner ‚Afrika-Missionshilfe‘ etliche Projekte. Er kennt Land und Leute, spricht hervorragend Englisch und Swaheli.
Frankfurt – Mombasa via Kilimandscharo, ‚Rote Sonne, schwarzes Land‘, nur 9 Flugstunden entfernt. Untergebracht in einer netten Anlage, direkt am Indischen Ozean.
Unsere Sinne haben jede Menge zu verarbeiten: ergreifende Armut, dreckig staubige Blechhütten, aber auch pompöse Häuser und Hotels, unbekannte Gerüche, exotisch leckere Küche, wunderbare Vegetation, der Ozean, schweißtreibendes Klima, betörende Farben, Linksverkehr, fremde Sprache…um nur einiges zu nennen.
Wie fröhlich sie sind, die Afrikaner. Schlechte Laune, genervte und gestresste Menschen, man muss sie hier suchen. Erstaunlich, denn Kenia ist ein ‚Dritte Welt Land‘, die Armut ist groß. Nicht selten sage ich nach dieser Reise, wer bei uns jammert, der muss sich das Leid dort vor Ort anschauen! Selbst in Zeiten der Wirtschaftskrise geht’s uns so was von gut! Ja, der Frohsinn und die Freundlichkeit der Kenianer, auch derer, die ums Überleben kämpfen, ist erfrischend. Ebenso bemerkenswert ist die Offenheit dieser Menschen. Ganz unkompliziert kommt man ins Gespräch.
Klar, oftmals wittern sie auch eine Chance, durch Verkäufe an etwas Geld zu kommen oder sogar eine Möglichkeit, das Land zu verlassen. Aber wen wundert’s? Ein Land voller Korruption und sozialer Missstände – und das seit Jahrzehnten. Das muss man sich immer wieder vor Augen halten, wenn die Aufdringlichkeit ein bisschen nervt. Schließlich wollen alle überleben.
Nahezu jeder Tag unserer Reise wartete mit interessanten Programmpunkten auf. So haben wir einige Plätze erkundet, an denen der erste Keniamissionar Dr. Krapf bleibende Spuren hinterlassen hat, Missionsstationen und Schulen.
Nahezu jeder Tag unserer Reise wartete mit interessanten Programmpunkten auf. So haben wir einige Plätze erkundet, an denen der erste Keniamissionar Dr. Krapf bleibende Spuren hinterlassen hat, Missionsstationen und Schulen. Mehrfach standen Ausflüge in die Hafenstadt Mombasa auf dem Plan, Altstadt, Fort Jesus, Markthalle, Einkaufsgassen, Regierungsgebäude, der alte Hafen, Behindertenwerkstatt und das große Areal der begnadeten Holzschnitzer.
Rührend und einen tiefen Einblick gebend waren die Gottesdienste im Kinderheim Riziki und in Mtwapa/Maweni.Die afrikanischen Christen lehren uns: Gott schenkt seine Liebe und Fürsorge überall, egal ob wir Menschen weiß oder schwarz sind. Die Arbeit mit den teilweise verwaisten Kindern im Heim und in den kleinen Gemeinden zeigt: Es gibt Lichtblicke inmitten von Leid, Freude in der Trauer, Hoffnung in schier ausweglosen Situationen, und mit der Botschaft vom lebendigen Gott, neues Leben hier und in der Ewigkeit.
Afrika ist ein Naturerlebnis! Faszination pur bedeutete unsere dreitägige Safari. Wie oft haben wir uns gegenseitig unsere Begeisterung über die Landschaft und die Tiere gezeigt. Nicht selten blickte man in die Umgebung und der Mund stand offen! Ob Halbwüste, Trockensavanne, tropische Gebiete, der Himmel, die gigantischen Bäume, die Farbenpracht der Blüten, die extrem schnell hereinbrechende Nacht, das bezaubernde Licht bei Sonnenaufgang, die Stille, die Ursprünglilchkeit, diese Weite und natürlich die aufregende Tierwelt. Noch ein Geschenk: Wir haben, und das ist nie garantiert, auf dieser Tour nahezu alle Tierarten gesehen, die in dieser Region vorkommen. Selbst das nur selten aus dem Dickicht tretende Nashorn gewährte uns ein kurzes Rendezvouz.
Während der Reise und im Rückblick habe ich oft betont, wie froh ich bin, diese Zeit mit so vielen Einblicken erlebt zu haben. Eingebunden in diese nette Gruppe, die übrigens bunt gemischt war, was Alter (Jahrgang ’38 die Älteste und ’88 der Jüngste) und regionale Herkunft betrifft. Dann die organisierten und vielfältigen Ausflüge an Plätze und Orte, an die man als ’normaler‘ Tourist eher nicht gelangen kann. Es hätte überhaupt nicht meinen Vorstellungen vom Kennenlernen eines Landes entsprochen, wenn ich die meiste Zeit in der Hotelanlage verbracht hätte und mich von mehr als schlecht bezahlten afrikanischen Angestellten hätte bedienen lassen.
Ich könnte noch vieles erzählen. Vielleicht habe ich ja ein bisschen Appetit gemacht und die eine oder der andere bisher nur von Afrika Träumende kommt das nächste Mal mit auf diese spannende, wertvolle und Spuren hinterlassende Reise nach Kenia.
Constance Mürle















