Herbst 2009

Liebe Missionsfreunde,

Ende November kam ich von einem Missionseinsatz in Kenia zurück, bei dem Gott viel Gnade geschenkt hat.

Die Wetterverhältnisse waren gut, was aufgrund der langen Trockenheit und der darauffolgenden heftigen Regenfälle nicht selbstverständlich war. Die Straßen, die zum Teil vor vier Wochen vom großen Regen weggeschwemmt wurden, waren wieder befahrbar. Es war jedoch erkennbar, dass das Menschen und Tiere unter den extremen Wetterbedingungen sehr gelitten haben: Im Tana-Gebiet sah ich drei Zeltstädte, in denen Menschen kampierten, denen der Regen die Häuser weggerissen hatte. An den Straßen sah man noch halb verweste Rinder, die schon vor dem großen Regen verhungert oder verdurstet waren.

Mir stand wieder unser Suzuki zur Verfügung, er war diesmal in einem (für kenianische Verhältnisse) relativ guten Zustand. Trotzdem musste ich zweimal zur Werkstatt, weil ich Probleme mit der Lenkung, dem Kühler und dem Auspuff hatte; aber das muss man in Kauf nehmen, wenn man im Busch unterwegs ist.

bild1_01_d106920765Gleich bei meiner ersten Fahrt zu Pastor Lewa in Majengo wurde ich Zeuge eines schrecklichen Unfalls:

Ein Tojota Kleinbus mit 17 Personen war mit hoher Geschwindigkeit in einen Lastwagen gefahren; es gab 7 Tote und mehrere Verletzte!

Pastor Lewa hat in den letzten Jahren viel Hilfe zum Ausbau seiner Gemeindegebäude von uns erhalten, über die ich schon zuvor berichtet habe; unter anderem finanzieren wir den 120 Kindern seines Kindergartens täglich eine warme Mahlzeit. Diesmal erhielt Pastor Lewa Geld, um das Gemeindegrundstück einzuzäunen und mit Bougainvillea zu bepflanzen.

Seiner Tochter helfen wir, die fortführende Schule zu bezahlen. Weiterhin finanzieren wir der Gemeinde ein Fernsehgerät, eine Antenne und einen DVD-Spieler. In Zukunft kann der Pastor im Kindergarten christliche Filme zeigen, mit denen man auch Erwachsene gut erreichen kann. Pastor Lewa, ein sehr zuverlässiger Mitarbeiter, begleitete mich im weiteren Verlauf meiner Reise zu einigen Gemeinden.

Mein nächster Besuch ging nach Mtwapa.

In der Gemeinde gibt es gravierende Probleme: Das Gemeindehaus musste versetzt werden, weil ein reicher Afrikaner behauptete, dass das Land ihm gehöre. Mit einem Bulldozer hatte er ein Dutzend Steinhäuser zerstört; daraufhin haben ihn die Hauseigentümer niedergestochen. Die Sache befindet sich jetzt vor Gericht. Auch as Pastorenhaus, welches sich im Bau befindet, muss unter Umständen abgerissen werden. Hier bedarf es vieler Gebete.

Danach besuchte ich Vipingo. Hier sind wir dabei, neben dem Gemeindehaus einen

Kindergartenraum zu bauen; die Arbeit geht gut voran. Auch hier bekommen die Kindergartenkinder täglich eine warme Mahlzeit durch unsere Missionshilfe.

bild2_8d303f060dMit Pastor Lewa besuchte ich dann die Gemeinde in Mnarani. Der Gottesdienstraum ist früher ein Hühnerstall gewesen. Inzwischen ist das Fundament für ein neues Haus gelegt. Auch ein Pastorenhaus ist im Bau; diese Projekte brauchen noch viel Hilfe von uns.

Samstags war ich in Mombasa zur Bibelschul-Abschlussfeier von Hannington Olubwao eingeladen. Ich lernte ihn 2005 in einem Hotel kennen. Sein Glaubenszeugnis beeindruckte mich, und ich motivierte ihn, eine Bibelschule zu besuchen, die wir ihm dann finanziert haben. Inzwischen arbeitet er als Pastor in unserer Gemeinde Vipingo.

bild3_c4df0bf186Am Sonntag predigte ich in der Gemeinde Majengo, und am folgenden Montag fuhr ich mit Pastor Lewa ins Tanagebiet.

Hier besuchte ich die Gemeinde in Garsen, die im Juni Geld für Renovierungsarbeiten bekam. Leider sind die Arbeiten immer noch nicht abgeschlossen. So musste ich Druck machen und die Gemeinde wissen lassen, dass kein Geld mehr fließen wird, solange die Arbeiten nicht getan sind.

Dann fuhren wir weiter nach Moa, die Gemeinde, die ich vor 27 Jahren gegründet habe. Der Gemeinde haben wir eine Hütte mit zwei Zimmern finanziert, die jetzt vermietet sind. Jedes Zimmer bringt 4 Euro Miete im Monat, eine große Hilfe für die Gemeinde. Weiterhin gab es Probleme zwischen dem Pastor und der Gemeindeleitung zu lösen, was uns hoffentlich gelungen ist.

Der Weg zur Gemeinde in Singweia war etwas beschwerlich: In Ngao fuhren wir im Einbaum über den Fluss; danach ging es 90 Minuten durch den Busch und teilweise durchs Flachwasser (wobei ich mir eine dicke Blase geholt habe). Der kleinen Gemeinde haben wir ein Gemeindehaus finanziert. Der Frauenchor sang für uns; wegen der einbrechenden Dunkelheit mussten wir jedoch schnell zurück. Im Dunklen zu fahren ist gefährlich; es gibt häufig Überfälle; außerdem sieht man die Schlaglöcher sehr schlecht.

In Malindi mussten wir uns wieder mit dem Auto beschäftigen und ließen am Straßenrand den kaputten Auspuff schweißen. Später stellten wir fest, dass die Halterung des Getriebes am durchbrechen war und ließen sie gleich mitschweißen, Die Straßen dort sind sehr schlecht, sie bestehen aus Sand und vielen Schlaglöchern.

Wir besuchten Kakoneni; hier haben wir vor einem Jahr ein Grundstück gekauft; die Gemeinde ist dabei, ein neues Gemeindehaus zu bauen. Pastor Henry Karissa bekam Geld für das Dach des Gemeindehauses. Die Kinder vom Kindergarten sangen uns Lieder und bekamen Geld für Süßigkeiten.

Die nächsten Stationen waren Pishimwenga, Chakama, Bofu und Mariakano. Die Gemeinden bekamen Geld für die Fertigstellung von Gemeindehäusern bzw. Landkauf. In Malanga übergaben wir neben dem Geld für das Dach des Pastorenhauses einen Zuschuss zu einer Jugendfreizeit und für den Fortbestand der Kurzbibelschule. Auf allen Stationen hatten wir Gebetszeiten mit den Pastoren und ihren Mitarbeitern.

Auch das Riziki-Waisenhaus besuchten wir wieder. Da ich eine große Sonderspende erhielt, konnte ich über 2000,- Euro zur Verfügung stellen. Damit finanzieren wir sieben Schülern für zwei Jahre eine fortführende Schule.

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Ich besuchte das Bamburi Beach Hotel, um ein Gespräch mit dem Manager zu führen und die Preise für die April-Juni 2010 Freizeit zu erfahren.

bild5_d0a20f6b6dIm Pwani Bible Institute führte ich Gespräche und betete mit den Studenten, die von uns unterstützt werden. Ein Lehrer wies uns auf einen weiteren Studenten hin, der dringend Unterstützung braucht; auch hier konnten wir weiterhelfen.

Aus Deutschland habe ich einen Laptop mitgebracht. Wir haben einen Internetanschluss installiert, was sehr lange dauerte. Der Fachmann war einige Male kurz davor aufzugeben, aber schließlich haben wir es geschafft. Die Internet-Verbindung wird die Kommunikation in Zukunft sehr erleichtern.

Zum Abschluss der Reise machte das Auto macht wieder Probleme: Der Lenkkraftverstärker und der Kühler, der im Juni erneuert wurde, mussten repariert werden, was einige Zeit in Anspruch nahm.

Alles in allem konnte ich auf dieser Reise sehr viel erledigen. Ich bin sehr dankbar für alle Bewahrung in den zwei Wochen und dafür, dass ich durch Euer treues Geben viel helfen konnte. Gott segne Euch dafür.

Mit lieben Grüßen wünsche ich euch eine gesegnete Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr.

Euer

Tony Esch