Liebe Missionsfreunde,
inzwischen liegt meine Reise zur Insel Lamu hinter mir. Im Lamu Distrikt wurde Tourist erschossen und seine Frau entführt, nun wurden wieder zwei Frauen entführt, deshalb musste ich 6 Straßenkontrollen passieren. Hier regnet es seit 7 Tagen mehr oder weniger ohne aufhören. Die Straße hinter Idzowe war unglaublich schlecht, Schlaglöcher ohne Ende, man konnte sie nicht umfahren, sondern muss sich darauf konzentrieren, die schlimmsten zu umfahren.
Es war ein Wunder, dass der Wagen das aushielt. Da ich 150 Km. auf dieser sogenannten Straße fahren musste, konnte ich auch nicht einfach nur mit 30 Stundenkilometer fahren, weil ich dann erst in der Nacht angekommen und kein Boot nach Lamu mehr bekommen hätte.
In Lamu angekommen, bekam ich ein schönes sauberes Zimmer mit großer Dusche leider ohne heißes Wasser, da es soviel regnet, ist kälter geworden und kalt duschen ist nicht mehr so angenehm, in der Nacht musste ich mich zudecken. Das Zimmer kostete 15 Euro pro Tag ohne Frühstück. Das Frühstück kostete 5 Euro das bekam ich aber billiger, weil ich mein eigenes Essen dabei hatte, ansonsten esse ich im Restaurant.
In Lamu war alles außergewöhnlich ruhig, als ich mich danach erkundige, wurde mir gesagt, dass die Touristen alle abgehauen sind, weil sie die Entführungen fürchten.
Meine Besuche bei dem Pastor der Gemeinde von Lamu waren enttäuschend. Es stellte sich heraus, dass die Gemeinde keinerlei Fortschritte im Blick auf ihre Grundstücksprobleme gemacht hatten, ich konnte den Pastor nur ermutigen und Ratschläge weiter geben.
Um 5 Uhr in der Früh fuhr ich per Boot zurück zum Festland. Auf der Rückfahrt nach Mombasa, besuchte ich die Gemeinde in Moa, die ich in 1981 gegründet hatte. Der See in dem die Leute ansonsten fischen ist seit Monaten ausgetrocknet, seit Mai hat es hier keinen Regen mehr gegeben und damit auch keine Ernte, viele Menschen im Ort hungern. Die Gemeindeglieder haben vor der Dürre ihren Zehnten nicht in Bargeld, sondern in Mais gegeben, mit diesem Mais konnten nun in der Dürre zeit die Ärmsten versorgt werden. Inzwischen wurde der Mais aufgebraucht. Für die Ältesten der Gemeinde war es wirklich ein Wunder Gottes, dass sie gerade jetzt durch die Missionshilfe mit Maismehl beschenkt wurden. Ein Ältester sagte zu den anderen Geschwister wörtlich: Brüder, ihr seht wie Gott Hilfe in der Not senden kann.
Nun da es endlich wieder regnet, zum großen Verdruss der Touristen, die schon über eine Woche Regen aushalten
mussten, und zur großer Freude der Einheimischen, hat man schon wieder Mais ausgesät und hofft, dass man im Dez. oder Jan. ernten kann. ( Eigentlich ist jetzt keine Regenzeit, die kleine Regenzeit müsste im Nov. einsetzen)
Seit alle ganz herzlich gegrüßt, Euer Tony.