Liebe Missionsfreunde,
durch die Spende eines Kenya-Freundes konnte ich eine notwendige Reise nach Kenya unternehmen. Der Leiter des Riziki-Waisenhauses hatte das Fahrzeug verkauft, welches wir vor einigen Jahren gekauft hatten, weil man keine Ersatzteile dafür bekommen konnte. Nun brauchten wir ein anderes Fahrzeug. Wichtig war dabei auch, dass ich für die Freizeit im April ein Auto zur Verfügung habe.
Schon im Flugzeug hatte ich ein gutes Gespräch über den Glauben mit meinem Sitznachbarn.
Gleich nach meiner Ankunft konnte ich gleich Geld für unsere Pastoren holen, sie warteten sehnsüchtig darauf, da mein letzter Überweisungsauftrag an die Bank wieder einmal nicht angekommen war.
Noch selben Tag bin ich auf Autosuche gegangen. Es klappte alles so gut, dass ich
schon am nächsten Tag alle Formalitäten erledigen und mit einem Toyota Passo zum Hotel fahren konnte. Für den alten Suzuki hatten wir noch 4000,- Euro bekommen, sodass wir nur etwas über 2000,- Euro zuzahlen mussten. Der Wagen ist natürlich gebraucht, aber noch nicht in Kenya gelaufen, sondern frisch aus Japan importiert.
Es hat mich sehr berührt, als der Leiter des Autohauses, mitten im Verkaufsgespräch, auf seine Uhr schaute und um eine Pause bat, um seine Gebete zu verrichten. Es scheint mir, dass ich im Hotel der Einzige war, der vor den Mahlzeiten betete; oft wurde ich auch von den Hotelangestellten darauf angesprochen.
Als nächstes habe ich den Waisenjungen, von dem ich ja schon im letzten Rundbrief berichtet habe, besucht. Er war von der Schule nach Hause geschickt worden, weil er das Schulgeld nicht bezahlen konnte. Ich habe ihm das Schulgeld geben und auch ein Fahrrad gekauft; er musste bislang täglich 18 km zu Fuß zur Schule gehen. Am Sonntag konnte ich ihn und seine Großmutter mit zum Gottesdienst nehmen.
Mit Pastor Alfonce Lewa konnte ich einige Gemeinden besuchen, außerdem die Preise für unsere Safari mit der Freizeitgruppe festmachen. Beim Gebetstreffen mit den Pastoren aus dem Kirchenkreis musste leider ein Pastor entlassen werden, weil er trotz wiederholter Warnung Gemeindegelder veruntreut hat.
In Mombasa konnte ich zwei Solaranlagen kaufen; über Autobatterie können diese in den Gottesdiensten und in besonderer Weise für Freiversammlungsarbeit benutzt werden. Ein Freund der Mission hatte sich zu seinem 50. Geburtstag an Stelle von Geschenken Geld für die Mission gewünscht und erhielt 1400,- Euro, die
er für dieses Projekt zur Verfügung stellte. Es stehen noch immer 500,- Euro zur Verfügung, um Solarkocher zu kaufen. Leider reichte die Zeit nicht aus, um dies zu erledigen; ich werde sie aber im Mai besorgen können.
Am folgenden Sonntag hatte ich die Predigt im Gottesdienst in Majengo. Vor dem Gottesdienst konnte ich Pastor Alfonce Lewa 900,- Euro für den Kindergarten übergeben; zirka 120 Kinder können davon ein Jahr lang täglich mit zwei Mahlzeiten versorgt werden. Auch dieses Geld wurde uns von Freunden gegeben, die sich zu ihrem Geburtstag an Stelle von Geschenken Geld für die Mission geben ließen.
Als Nächstes stand eine Fahrt in den Malanga-Kirchenkreis an. Der Kreisleiter hat das große Gemeindehaus in Kakoneni soweit fertiggestellt, sodass sie darin Gottesdienste feiern können. Der Gemeinde in Baolala habe ich Geld übergeben, damit die Gemeinde
Kirchenbänke herstellen lassen kann.
Die Gemeinde in Bofu erhielt Geld, um Wellblech für das Dach des Gemeindehauses zu kaufen.
Nach meiner Reise in den Busch musste das Auto innen und außen gereinigt werden.
Während wir dabei waren, den Wagen zu reinigen, kam ein junger Mann, um uns zu sagen, dass man 50 Meter weiter eine Frau beim Diebstahl erwischt hätte; die Leute würden sie jetzt gerade verprügeln. Er selber wäre auch da gewesen, um ihr ein paar
Schläge zu geben. Wir sind natürlich gleich hingelaufen; um die 50 Menschen hatten sich um die Diebin versammelt. Ein Autoreifen lag auch schon bereit, um ihn ihr überzustreifen und sie zu verbrennen. Zum Glück kamen zwei Polizisten mit Gewehren, die die Frau dann fest nahmen.
An einem Abend kam ich mit der Bedienung im Restaurant in ein gutes Gespräch. Ich konnte ihr von meiner Bekehrung und meinem Glaubenleben erzählen.
Meine Tischnachbarin war offensichtlich auch von dem Gespräch angesprochen und bat mich dann, zu beten. Sie ist ein typisches Kirchen- und Familienopfer, welches sich nach vielen Enttäuschungen ihren eigenen Glauben zusammengebastelt hat. Ich bin sehr dankbar für all die guten Gelegenheiten, meinen Glauben zu bezeugen. Ein Paar aus München, ein Arzt und seine Verlobte, die ich im Hotel kennenlernte
baten mich sogar, am 13. Juli ihre Trauung zu übernehmen, was ich gerne tun werde.
Danke für Eure Gebete und für die treue Unterstützung der Missionshilfe. Bei dieser Gelegenheit möchte ich euch auch herzlich zu unserem nächsten Missionhilfe-Jahrestreffen am Samstag, den 24. März, 15 Uhr, zu mir nach Halsenbach, Marktstraße 3, einladen. Ich würde mich freuen, wenn viele teilnehmen würden; bitte gebt mir Bescheid, ob ihr kommt.
Mit lieben Grüßen,
euer Tony Esch