Juli 2019

Liebe Missionsfreunde,

ein sehr lieber und freizügiger Freund hat mir wieder seine Bonuspunkte, die er als Vielflieger sammelt, überlassen. Dadurch durfte ich wieder bei Äthiopian Airlines in der Business Klasse fliegen und über 60 Kilo Gepäck (secondhand Kleidung für Bedürftige) mitnehmen! Vielen Dank, mein Freund.

Am Flugplatz in Mombasa wurde ich abgeholt, Auto auftanken, Guthaben für Smartphone und Tablet kaufen. Zimmer mit Küche suchen.

Ich will nicht mehr als 15 Euro pro Nacht bezahlen. Wir fahren zum Haus von Lilian, eine Afrikanerin die in Wolfsburg wohnt und an der Küste Kenyas ein großes Haus besitzt. Hier bekomme ich eine Unterkunft für 15 Euro pro Nacht. Einziehen und Lebensmittel einkaufen.

Am nächsten Tag muss ich wieder ausziehen. Der Verwalter wusste nicht, dass die Wohnung schon anderweitig vermietet war. Alles wieder einpacken, die Suche geht weiter, ich lande schließlich im Hibiskus, einem Gästehaus, für 15 Euro pro Tag, viele hungrige Moskitos inklusive. Wieder einziehen mit den ganzen Klamotten. Es fehlt an vielem in der Wohnung, Handtuch kaufen, Spüli, Trockentuch, Moskitospray usw. Nach ein paar Stunden habe ich mit dem Angestellten alles besorgt, nur die Kochplatte funktioniert noch nicht. Zu Abend bereite ich mir meine erste Aldi Pilzsuppe vor. Vor der Reise kaufe ich mir immer 20 Beutel Suppe, eine Salami und 2 Pakete Gouda ein.

Mit Pastor Lewa zusammen besuche ich Pastor Sonkok, er ist der neue Leiter vom Vorstand des Riziki Waisenhauses. Wir besprechen den weiteren Vorgang über die Übernahme der Waisenhauses. Der Leiter des Waisenhauses weigert sich, Riziki zu verlassen, er will erst eine Abfindung für die 14 Jahre Dienst, den er dort getan hat. Bei meinem Abendspaziergang am Strand sprechen mich ein junger Mann und eine junge Frau an, sie verkaufen Safaris. Es stellt sich heraus, dass beide gläubig sind. Nach längerem Gespräch bitten sie mich für sie zu beten.

Multitasking.

Eine junge Mutter verkauft Mangos, die sie auf dem Kopf trägt, während sie ihr Baby anlegt!

3 Stunden Gottesdienst bei Pastor Alfons Lewa.

Für die Gemeinde und den Kindergarten müssen hier die Toiletten nach europäischem Vorbild zum Sitzen mit Wasserspülung neu erstellt werden. Außerdem müssen in die 3 Kinderräume permanente Zwischenwände eingezogen werden. Die Tochter von Pastor Lewa hat Dank der finanziellen Unterstützung Missionshilfe die Kenyatta Uni absolviert.

Gemeinde in Bombolulu.

Wir besuchen Pastor Hannington, dem die Missionshilfe vor Jahren eine
Bibelschulausbildung ermöglicht hat. Er ist heute ein tüchtiger Pastor und ist
dabei, ein Gemeindezentrum aufzubauen. Wir überreichen ihm das nötige
Geld, um 2 Kindergartenräume zu bauen.

Gemeinde in Mtwapa

Eine kleine Gemeinde, aber es geht es gut voran. Eine neue Eingangstür zum Gemeindehaus wurde eingebaut. Ein Brunnen wurde gegraben, leider mit leicht salzigem Wasser, aber gut zum Kartoffel kochen! Ein Zimmer wurde für ein Gemeindeglied angebaut. Somit ist ein Mann vor Ort und das Haus etwas vor Dieben geschützt. Außerdem wurde die Toilettenanlage, von der man das Wellblechdach und die beiden Türen gestohlen hatte, wieder hergestellt.

Maweni Gemeinde.

Hier wurde ein Teil des Gemeindehauses zu einer Pastorenwohnung umgebaut. Auch hier ist notwendig, dass jemand bei dem Gemeindehaus lebt, da man ansonsten immer wieder bestohlen wird.

Vipingo Gemeinde.

Die Gemeinde wächst. Das Gemeindehaus wurde innen verputzt, und nun ist man dabei, es außen zu verputzen. Im Kindergarten wurde der Zementboden ausgebessert, und die Eingangstür wurde erneuert.

Majowe Gemeinde.

Wir besuchen Pastor Habel Charo in Majowe. Man ist dabei Ziegel für das Pastorenhaus herzustellen. Nun kann es mit dem Geld, welches wir übergeben, im Rohbau fertig gestellt werden. Das Wasser muss herbeigeschafft werden. Die junge Frau freut sich, dass sie sich damit ein paar Euro verdienen kann.

Mnarani Gemeinde.

Hier wird gerade das Gemeindehaus außen verputzt. Nun müssen nur noch im Gemeindehaus die Stromleitungen verlegt werden. Auf unseren Reisen informiert Pastor Lewa mich wie immer über die verschiedenen Gemeinden. Die Gespräche, die wir bei den Fahrten führen, sind äußert wichtig, weil ich dadurch bessere Einblicke in die Arbeit bekomme.

Machine Gemeinde.

Die Gemeinde Mashine macht große Probleme: sie ordnet sich nicht dem jungen Pastor unter und auch nicht den Leitern des Kirchenkreises. Sie haben versucht Pastor Alfonce abzusetzen, was ihnen zum Glück nicht gelungen ist. Auch beim Bau ihres Gemeindehauses lassen sie sich nicht beraten. Wir haben beschlossen, die finanzielle Unterstützung auszusetzen und stattdessen eine von Pastor Alfonce neu gegründete Gemeinde zu unterstützen.

Riziki Waisenhaus.

Wir besuchen mit dem Vorstand von Riziki das Waisenhaus. Der Manager dem vor 3 Monaten gekündigt worden ist, ist immer noch vor Ort und weigert sich Riziki zu verlassen. Er fällt und verkauft die Bäume, die auf dem Grundstück stehen, macht Holzkohle, die er dann verkauft usw. Wir haben harte Gespräche geführt und müssen ihn wohl mit Polizeigewalt wegholen lassen.

Kakoneni Gemeinde.

Wir besichtigen das neue Kindergartengebäude. Das Dach wurde von der Missionshilfe
finanziert. Leider müssen wir erfahren, dass die Regierung nur noch permanente Häuser genehmigt, keine typisch afrikanischen Lehmhäuser mehr. Es muss jetzt ein zweites permanentes Gebäude erstellt werden. Ich übergebe Gelder für die Verpflegung der über 80 Kinder und Geld für das Fundament des neuen permanenten Gebäudes.
Im großen Gemeindehaus wurden, seit unserem letzten Besuch große Fortschritte gemacht, die Wände wurden verputzt und der Boden betoniert. In der Sonntagsschule werden weit über 100 Kinder unterrichtet. Nach der Sonntagschule predige ich in dem Hauptgottesdienst, der sich wie immer über 3 Stunden hinzieht. Ich muss auch noch mit dem Vorstand zu Mittag essen, wie immer: gekochtes Huhn mit vielen Flugstunden und Reis.

Ngao Gemeinde.

Fahrt mit Pastor Lewa nach Ngao. Ein anstrengender Tag. Man informiert uns über die Arbeit in der Gemeinde Moa. Geld, welches wir für die Erweiterung des Gemeindehauses übergeben hatten, war veruntreut worden, vorerst gibt es daher keine weitere Unterstützung.

Das Grab von unserem Sohn Christoph.

Wie immer besuche ich das Grab von unserem Sohn Christoph, es bekam ein neues Kreuz – natürlich echt afrikanisch gearbeitet. Besuch im Missionshaus, es wurde wahrhaftig renoviert – auch afrikanisch – , sieht aber aus der Ferne gut aus.

Mwatundo Gemeinde.

Wir besuchen die neu gegründete Gemeinde „ AIC Mwatundo“. Pastor Stephen Bahati Charo informiert uns über die Arbeit. Die Gottesdienste finden in einer erbärmlichen Schule statt, Miete 10 Euro pro Monat. 500 Kinder werden in den schrecklichen Schulgebäuden unterrichtet. Jetzt beginnt die Grundstückssuche. Ein geeignetes Grundstück kostet zirka 3.000 Euro.

Seminar mit den Pastoren.

Pastorentreffen in Majengo. Vormittag: Umgang mit Kritik. Nach einem guten Essen tauschen sich die Pastoren aus: Was läuft gut in meiner Gemeinde, was sind die Probleme und Schwierigkeiten, und wie kann man ihnen begegnen?

Besuch mit Pastor Lewa im Kinderheim in Mtwapa.

Einige Kinder aus dem Riziki Kinderheim wurden von der Behörde hier untergebracht. Wir besuchten das Heim und übergaben Nahrungsmittel. Das Heim ist sehr gut geführt und die Kinder fühlen sich Zuhause. Wenn sich die Probleme bei Riziki gelöst haben, werden die Kinder wieder zurück kommen.

Kenya, kurz und schmerzlich.

Bericht in der Tageszeitung. Regierungsbeamte fahren in ein Nachbarland, um sich über ein wichtiges Thema zu informieren und zu lernen. Zu guter Letzt stellt sich heraus, dass sich das Nachbarland sein Wissen zu diesem Thema in Seminaren in Kenya geholt hatte.

Ich frage Alfonce, ob es wohl heute Regen gibt? Seine Antwort: Das kommt auf das Wetter an! Der Strom ist ausgefallen, und es gibt kein Internet.

Glaubensgespräche. Immer wieder kann ich mit Menschen über den Glauben reden. Bei einem Gespräch sagt mir eine Angestellte: „Welch eine Überraschung, dies alles gerade jetzt von Ihnen zu hören! Meine Freundin sagt mir seit Wochen, ich müsste mich wieder Gott zuwenden.“

Die Polizei dein Freund und Helfer. Ich werde wieder einige Male von Polizisten wegen Fahrfehlern gestoppt und soll zahlen. Ich erkläre mich auch dazu bereit, müsse aber zuerst meinen Freund Raphael Tuju, Generalsekretär der regierenden Partei. Darauf hin darf ich jedes mal weiterfahren, ohne Strafe zahlen zu müssen.

Mitfahrgelegenheit. Ich versuche einige Male, Fußgänger im Auto mitzunehmen, aber sie lehnen jedesmal ab. Pastor Alphonce erklärt mir den Grund. Ein Europäer hatte mit Afrikanern zusammen junge Frauen im Auto mitgenommen, sie vergewaltigt, ihnen die Augen ausgestochen und die Zunge herausgeschnitten, danach hatte man sie im Busch entsorgt.

Islamische Missionsarbeit.

Moslems haben ein Feeding Center außerhalb von Mtwapa eingerichtet. Es wird von großen moslemischen Firmen und Fabriken gesponsert. Während der christlichen Gottesdienstzeit werden kostenlos Lebensmittel verteilt. Nach einer moslemischen Gebetszeit werden die Lebensmittel ausgegeben. Die Regierung hat vergeblich versucht, die Moslems dazu zu bewegen an einem anderen Tag oder Stunde ihre Aktion durchzuführen – vergeblich! Menschen kommen sogar aus 50 km Entfernung hierher, um sich Nahrungsmittel abzuholen: Reis Maismehl, Speiseöl usw. Jede Person bekommt eine Portion, angefangen bei Babies auf dem Rücken der Mütter bis zu alten Menschen. Manche Großfamilien mit bis zu 8 Kindern kommen hierher, und jeder wird aufgefordert, „bring deinen Freund mit!“ Natürlich kommen diese Menschen deswegen nicht mehr zu den Gottesdiensten! Ich sehe kilometerlange Schlangen von Menschen, die sich kostenlose Grundnahrungsmittel abholen, anstatt die Gottesdienste ihrer Gemeinde zu besuchen.

Jetzt habe ich mir was geholt.

Mir geht`s nicht gut. Ich bekomme starke Schmerzen, kann nicht schlafen. Ich kann mich kaum bewegen. Fahre zum Oasis Krankenhaus, Blutuntersuchung usw. keine Malaria aber eine Infektion. Wieder eine ganz schlechte Nacht, kann kaum aufstehen, der ganze Körper schmerzt. Fahre wieder zum Krankenhaus. Ich bekomme stärkere Schmerztabletten. Endlich kann ich mich wieder bewegen. 2×3 Tabletten einnehmen heißt hier 3×2 Tabletten einnehmen, die können gar nicht einsehen, wieso ihre Schreibweise falsch sein sollte!!

Soweit so gut! Ganz liebe Grüße und vielen Dank, dass ihr dies alles möglich macht!